


HELMUT SOHST
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Schon mit dreizehn macht der gebürtige Schweriner seine ersten Designversuche, entscheidet sich dann aber doch erst einmal für eine pädagogische Ausbildung. Eine Reise über Ungarn und Österreich endet 1989 im niedersächsischen Osnabrück, und zwar an den Städtischen Bühnen. Hier findet Helmut Sohst seinen Mentor in der Person des Gewandmeisters und verpasst seinen bis dahin autodidaktisch erlernten Schneiderkenntnissen einen umfassenden, mehrjährigen Feinschliff.
1993 geht es zum Modestudium nach Berlin. Parallel zum Vordiplom gründet Helmut 1995 sein erstes Label mit Männermode und präsentiert eine eigene Kollektion, die gleich ins Auge fiel. Quietschbunt war sie, und sie stellte ein paar Moderegeln drastisch auf den Kopf: Stoffe mit eher weiblich besetzten Attributen wie Spitze oder Seidenchiffon werden zu kerniger Männermode, Matchbox-Autos zu Modeschmuck. Und das ganze preisgekrönt.
1997 - das Diplom.
Pur und klar kam dann Ende der 90er Jahre seine Mode daher: Auch hier setzte Helmut Stoffe verfremdet ein. Er zeigte zum Beispiel Sakkos entweder aus grober, sehr schwerer Baumwolle oder aus extrem leichten Materialien. Edle Anzugstoffe verarbeitet er zu simplen Jogginghosen und einfachen Mullstoff adelt er, indem er ihn in luftige Hemden verwandelt. Dafür bekommt er den Preis für „Herausragende Designinnovation" vom Wirtschaftsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen.
In den folgenden Jahren werden die Arbeiten zwangsläufig kommerzieller und Helmut Sohst zunehmend gelangweilt. Der Wunsch, wieder nach kompromissloseren Entwürfen jenseits des Mainstreams suchen zu können, folgt ein längerer Rückzug ins Experiment sowie die intensive Beschäftigung besonders mit der Kunst. Heute prägt er die Handschrift von STARBEIT.