WARUM STARBEIT 2010 AUSSCHLIESSLICH MODE FÜR MÄNNER MACHT UND DIE ZEIT REIF IST FÜR NEUE BASICS

Herr Sohst, Ihre Pläne für 2010 überraschen: Sie wollen nur noch Mode für Männer machen – und das T-Shirt neu erfinden. Doch der Reihe nach. Warum nur noch Männer?
Weil ich Lust dazu habe. Es gibt uns jetzt seit über 5 Jahren. In der Vergangenheit haben wir Mode für Männer und für Frauen gemacht. Ich fand es schon länger schade, dass wir zu viele Entwürfe aus Mangel an Zeit nicht umsetzen konnten. Jetzt werden wir uns konzentrieren. Geplant ist dieses allerdings erst einmal nur für 2010.

Aber warum die Männer?
Die Herausforderung ist grösser. Männer interessant aussehen zu lassen und sie dabei nicht zu verkleiden, damit haben wir schon jetzt bei unseren Kunden viel Erfolg. Das liegt wohl auch daran, dass unsere Zielgruppe weniger die ganz jungen Typen sind, sondern eher die Männer, die richtig im Job stehen. Wir wollen das nun ausbauen, auch mit dem Ziel, die Basics nicht nur bei uns anzubieten, sondern auch in anderen Läden.

Das heisst, Sie gehen gleich mehrere neue Wege.
Die Grundidee des Labels ist das Experiment. Wir leisten uns den Luxus, dieses Konzept auch zu leben.

Die Frauen gehen dieses Jahr bei STARBEIT also leer aus.
Überhaupt nicht! Sie haben ja auch etwas davon, wenn die Typen gut aussehen. Im Übrigen haben wir in den vergangenen Jahren in unserem Shop die Erfahrung gemacht, dass gerade die Frauen immer wieder Teile für ihre Männer entdecken.

Sind die Männer mutiger geworden?
Darum geht es nicht. Es ist schon toll Männer zu sehen, die nicht mit der Mode gehen, um hinter ihr zu verschwinden. Sie wollen einfach anders gut aussehen. Ein Mann, der sein Geld verdient, seinen Job hat und ein gewisses Standing, der sich ein Image aufgebaut hat, der will Klamotten, die qualitativ hochwertig sind, stilsicher – und interessant. Aber nicht laut! Er will ungewöhnliche Basics. Basics, die länger funktionieren. Er legt gar keinen Wert darauf, einen möglichst vollen Schrank zu haben. Aber das, was da drin ist, soll vom Design und vom Material anspruchsvoll und gut sein.

Sie sagen, Sie wollen das T-Shirt neu erfinden. Grosse Worte.
Das T-Shirt ist nur ein Synonym. Es ist für mich das Basic in der Männermode überhaupt und ein Beispiel für das, was nun kommt.

Was kann man an einem T-Shirt neu erfinden?
Alles.

Zum Beispiel?
Wir suchen bei unseren Stofflieferanten sehr gezielt nach besonders hochwertigen und edlen Jerseys, in dieser Saison sind sie übrigens oft sehr leicht, teilweise transparent. Da spielen wir mit verschiedenen Längen, mit ungewöhnlichen Ausschnittvarianten, die man eher selten findet. Es wird weiter ausgeschnittene T-Shirts geben oder auch halbe Ärmel. Die Säume sind unregelmässig gearbeitet und mit einem leichten Stoff unterlegt. Entweder Ton in Ton oder als überraschender Kontrast, der leicht vorblitzt. Jeder sieht, dass das kein Massenprodukt ist.

Und auf welche Farben setzen sie?
Auf Nichtfarben: nicht richtig Blau, nicht richtig Grün, nicht richtig Rot. Alles erinnert irgendwie an Grau. Als ob den Farben die Sättigung genommen wurde. Ausnahmen werden die Regel bestätigen. Ausserdem pflegen wir den Kontrast von Schwarz und Weiss.

Kann der Mann sich komplett bei Ihnen einkleiden?
Nein, das können wir einfach nicht leisten. Die wirklich klassische Mode wie Anzüge, Hemden und so weiter überlassen wir anderen. Unsere Aufmerksamkeit richtet sich vielmehr auf einen Alltagslook, der urban und lässig ist. Besonders bei den Kreativen funktioniert der aber auf jeden Fall auch im Büro. Ausserdem wird es weiterhin experimentelle Mode mit vielen verspielten Elementen geben.

War Ihre Langeweile gross, wenn Sie sich die Männermode der letzten Jahre ansehen?
Das nicht. Aber vieles fehlt mir. Es ist einfach schwer, ein schönes Sweatshirt zu finden, das nicht aussieht wie tausend Mal gesehen, und das das Zeug dazu hat, Lieblingsteil zu werden. So etwas entwickeln wir jetzt. Unsere einfachen Kapuzenshirts haben eine aus Streifen zusammengesetzte Kapuze, wie ich es so noch nicht gesehen habe. Die Sweatshirtjacken haben zum Beispiel statt eines Reissverschlusses Knöpfe und erinnern eher an eine Kombination aus Bomber- und Motorradjacke. Wir nehmen uns einfach typische Basics vor, entwickeln sie weiter, um sie zu einem kollektionsübergreifenden STARBEIT-Standard zu machen. Ich finde es besonders wichtig, dass auch ein kleineres Label dazu beiträgt, die Mode nach vorn zu bringen. Selbst wenn es dafür nicht immer die Aufmerksamkeit bekommt, die es dafür eigentlich verdient.

Was sind für Sie eigentlich Basics?
Basics sind nicht automatisch Schwarz und Weiss. Sie sind vielmehr eigenständige Designs und spiegeln das Können und die Erfahrung des Labels. Sie funktionieren weit über eine Saison hinaus, haben kein modisches Verfallsdatum. Basics sind Lieblingsteile, die man immer wieder haben möchte. Uns geht es dabei nicht um die Neuentwicklung eines schnöden Polohemdes. Bei uns fusioniert beispielsweise die Jogginghose mit der klassischen Hose zu einem neuen Standard, der anders ist und viel Spass macht.

Und wann gibt es das alles zu kaufen?
Einiges haben wir bereits jetzt schon im Shop. Anderes befindet sich gerade in der Entwicklung oder in der Umsetzung. Das Sortiment wird Monat für Monat anwachsen.

Zum guten Lifestyle gehört heute dazu, dass man nicht nur mit seinem Aussehen ein Statement liefert, sondern auch in Sachen Nachhaltigkeit. Alle wollen ein gutes Gewissen haben.
Wir haben ein sehr gutes Gewissen, und wer bei STARBEIT kauft, auch. Ich sage da nur: kurze Wege. Was wir machen, wird in Deutschland hergestellt, vieles sogar in der Region. Wirklich wichtig aber sind gutes Design, hohe Qualität und Langlebigkeit: das ist unser Statement in puncto Nachhaltigkeit.